Bodo Busse

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Bodo Busse, 1969 in Stuttgart geboren, studierte Musikwissenschaft, Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Allgemeine Rhetorik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Ergänzend absolvierte er Meisterkurse für Opernregie bei Ruth Berghaus. Es folgten mehrere Praktika und Assistenzen in den Bereichen Regie und Dramaturgie an der Staatsoper Stuttgart sowie am Opernhaus Zürich, wo er darüber hinaus als Regieassistent engagiert war.

Von 1998 bis 2000 war Busse als Musikdramaturg am Staatstheater Mainz tätig, bevor er für zwei Jahre in gleicher Funktion an das Theater Dortmund wechselte. Anschließend wirkte er am Stadttheater Gießen als Geschäftsführender Dramaturg mit Regieverpflichtung.

Im Jahr 2002 berief ihn Manfred Beilharz als Musikdramaturg und Mitglied der Opernleitung an das Hessische Staatstheater Wiesbaden, dem er bis Juli 2010 angehörte. Dort war er kuratierend mitverantwortlich für das Programm der „Internationalen Maifestspiele“, insbesondere für große Operngastspiele aus dem osteuropäischen Raum und aus Frankreich. Während seiner Wiesbadener Jahre gehörte Busse der Jury des „German-Australian Opera Grant“ an, eines Förderprogramms für junge australische Opernsängerinnen und -sänger in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden und der „University of Victoria/More than Opera Ltd“.

Von 2010 bis 2017 war Busse Intendant des Landestheaters Coburg. In dieser Zeit inszenierte er mehrfach, vornehmlich im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters. Zu seinen Arbeiten zählen unter anderem „Lohengrin“ von Salvatore Sciarrino, „Schuberts Winterreise“ von Franz Schubert/Hans Zender, die deutsche Erstaufführung der Kammeroper „The Raven“ von Toshio Hosokawa, die Uraufführung des Musicals „Dorian Gray“ von Roland Fister sowie die szenische Collage „Der Welt abhanden gekommen…“ mit Orchesterliedern von Gustav Mahler und Claude Vivier. Darüber hinaus war Busse in Coburg maßgeblich an der strategischen Planung der Generalsanierung des historischen Theatergebäudes sowie an der Projektentwicklung einer Interimsspielstätte beteiligt, des heutigen „Coburger Globe“.

Parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit übernahm er Lehraufträge an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Fachbereich Theaterwissenschaft, für „Experimentelles Musiktheater“ am Forschungsinstitut für Musiktheater der Universität Bayreuth sowie an der Universität des Saarlandes. Zudem war er als Autor an zahlreichen Buch- und Lexikonprojekten beteiligt, darunter am „Lexikon der Oper“ (Laaber 2002), an „Knaurs großem Opernführer“ (München 1999) sowie an der Textsammlung „Richard Strauss und die Moderne“ (München 1999).

Von 2017 bis 2025 war Bodo Busse Generalintendant des Saarländischen Staatstheaters. Unter seiner künstlerischen Leitung entstanden in der Opernsparte bundesweit beachtete zeitgenössische Opernprojekte, darunter die deutschen Erstaufführungen von „Soldier Songs“ von David T. Little und „Macbeth Underworld“ von Pascal Dusapin sowie die Uraufführung der Oper „Ophelia“ von Sarah Nemtsov. Zugleich wurden vergessene Werke der klassischen Moderne wieder- oder uraufgeführt, unter anderem „Der Sturm“ von Frank Martin und „Sita“ von Gustav Holst.

Während seiner Intendanz wurden deutsch-französische und luxemburgische Kooperationen, das „Tanzfestival Saar“ sowie internationale Gastspielaktivitäten konsequent weiterentwickelt. Mit dem digitalen Projekt „The (Un)answered Question“ gewann das Saarländische Staatsorchester 2022 den „Preis Innovation“ der Deutschen Orchesterstiftung. Auch strukturell setzte sich Busse am Saarländischen Staatstheater nachhaltig für die künstlerische Ausbildung ein, unter anderem durch die Gründung einer Musiktheater- und einer Orchesterakademie in Kooperation mit der „Hochschule für Musik Saar“.

Seit Beginn der Spielzeit 2025/2026 ist Bodo Busse Intendant der Staatsoper Hannover und in dieser Funktion zugleich Co-Geschäftsführer der Niedersächsischen Staatstheater GmbH. Gemeinsam mit seinem künstlerischen Leitungsteam, dem Generalmusikdirektor Stephan Zilias, sowie dem von ihm für das Staatsballett nach Hannover berufenen Ballettdirektor Goyo Montero versteht er Musiktheater und Konzert im Spannungsfeld von Tradition und Innovation als offenen Resonanzraum für Kultur und gesellschaftliche Teilhabe. Neben einer großen Repertoirevielfalt vom Barock bis zur Gegenwart sowie zahlreichen Erst- und Uraufführungen prägen Outreach-Projekte wie mobiles Musiktheater für junge Menschen, Konzerte in Kirchen, Museen und Jazzclubs, vielfältige Vermittlungs- und Partizipationsformate, das „Offene Foyer“ und Liedkonzerte das Profil der Staatsoper Hannover. Bereits im Sommer 2025 initiierte er in Zusammenarbeit mit der „Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover“ die neue „Musiktheaterakademie“.